Ja, wir haben an Land bis zum nächsten Mittwoch (07.04.) verlängert und liegen daher nach wie vor mit unserer Triskèle auf dem Trockendock.
Eigentlich war die Triskèle rein von dem Unterwasserschiff her bereit gewesen für den Termin ins Wasser (04.07).
Der Farbaufbau am Unterwasserschiff ist abgeschlossen und sie trägt nun auch stolz ihren Namen am Bug und präsentiert sich elegant in schwarz/weiß.
Die einzigen noch notwendigen Arbeiten für die Wasserung:
Montage der Zinkanoden und die Ankerkette einholen.
Daran hätte es nicht gelegen. Die vielen, vielen Kleinarbeiten könnten wir auch noch im Wasser erledigen.
Warum aber haben wir an Land verlängert?
Wie schon berichtet, haben wir noch weitere Arbeiten in unsere „To-Do-Liste“ aufgenommen und manche davon lassen sich besser an Land durchführen, als im Wasser.
So ist mit hoher Priorität noch die Erweiterung des Geräteträgers auf den Plan gekommen. Diesen benötigen wir dringend um noch zwei weitere Solarpaneele noch vor Abreise und später den Windgenerator montieren zu können. Schließlich benötigen wir genügend Power für den Kühlschrank, Laptop, Licht zu betreiben.
Und diese schwindelerregenden, schwierigen Arbeiten müssen noch an Land fertig gestellt werden. Im Wasser würde sich wohl der ein oder andere Stegnachbar nicht besonders freuen, wenn wir nebenan schweißen, flexen und nicht nur „Urlaub“ machen. Außerdem sind solche Arbeiten im Wasser auch von der Marina verboten. Das können wir vollkommen nachvollziehen und bleiben daher brav an Land. Wir wollen uns nicht auf Teufel komm raus in Stress versetzen und wem sollten wir hier etwas beweisen? Der Liegeplatz an Land ist auch noch günstiger als im Wasser. Wir machen soweit die wichtigen Arbeiten des Geräteträgers hier an Land fertig und dann ab ins Wasser.
Aktuelle Arbeitslage:
Der Farbaufbau an Deck ist noch nicht fertig gestellt. Zwar hätten wir auch diese Arbeiten fertig stellen können, jedoch wurde uns hier ein kleiner Strich durch die Rechnung gemacht. Unser Berater und Farbenlieferant „Osman“, der nach wie vor wegen seinem Sohn in Ankara im Krankenhaus verweilt, hatte uns zwar mit Farbe noch vor Abreise versorgt, jedoch zu wenig. Zudem haben wir wir erfahren, dass gerade unser ausgewählter Farbton (Matterhornwhite) nicht mehr verfügbar ist → Lieferzeit 4-5 Wochen! In Marmaris sowie in dem Marinashop hier ist die Farbe nicht früher lieferbar. Das geht ja nun gar nicht! Lange haben wir daher die letzten zwei Wochen hin und her überlegt, wie wir nun weiter verfahren.
Der nette Ex-Münchner, mit Namen Willi, hat uns Einkomponenten Farbe in grau angeboten, die er noch übrig hat bzw. nicht benötigt. Sollten wir nun den letzten Anstrich (Antirutsch mit Sandkörnung) mit Einkomponenten Farbe grau gestalten oder verfahren wir wie geplant mit Zweikomponenten Farbe weiter? Aber welche Farbe?
Wir haben Werner kennengelernt. Werner ist mit seiner Frau Soni auf der „Sy-Fee“ 9 Jahre um die Welt gereist und hier vor kurzem angekommen. Von ihm haben wir sehr interessante und hilfreiche Informationen zu Technik, Ausrüstung erhalten und stehen in engerem Kontakt. Werner hat uns mit einem Grill, einer Hochsee-Schleppangel, Mehl, Kartoffeln und Büchern, die er nicht mehr benötigt versorgt. Wir konnten ihm immerhin mit etwas Spachtelmasse („Filler“) und ein paar Montagedingen aushelfen.
Er rät uns bei Zweikomponenten-Farbe zu bleiben.
Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Auch wenn alle sagen „Scheiß auf die Ästhetik“, soll es nach der mühevollen Arbeit nicht beim letzten, sichtbaren Anstrich einfach so dahin gestrichen sein.
Und die letzte Farbe muss nicht nur ansehnlich ausgewählt werden sondern auch funktionell sein, denn es handelt sich hier um eine Anti-Rutsch Farbe, die verhindern soll, dass man auch auf nassem Deck den Halt verliert. Die Farbe grau ist schön und gut und würde rein optisch herrlich ins die Farblinie unserer Triskèle passen. Bei Sonneneinstrahlung aber heizt sich diese Farbe so sehr auf, dass man Spiegeleier darauf braten könnte. Barfuß laufen ginge da nicht. Die Farbe muss daher in einem leichteren Ton sein.
Letztendlich haben wir uns nun für den Zweikomponenten-Anstrich entschieden in der Farbe creme mit der Antirutsch-Körnung vom Hersteller. Diese Arbeit erledigen wir am Montag (06.04.).
Weitere Schichten aufgetragen heißt für uns natürlich jedes Mal vorher anschleifen, fegen und mit einem sauberen Tuch abreiben. Sicherlich immer auf den Knien oder in gebückter Haltung, was nicht besonders angenehm ist. Anders als in Deutschland, wo laut Hörensagen aktuell an die 40°C erreicht werden, ist es bei uns noch einiger Maßen zu ertragen bei ca 35 °C und einer Brise Wind. Ein Tag war es sogar für ein paar Stunden bewölkt.
Am Sonntag, 05.07., waren wir von Yildiz und Imdat zum Barbecue eingeladen. Die zwei haben wir am Samstag auf ihrem Boot, unweit von unserem, kennengelernt. Dazu kam es, als Michael nach unserem Feierabend bei einem Glas Rotwein den Dudelsack auf dem Vordeck spielte. Ganz begeistert von der Musik haben die beiden uns zu eins, zwei Raki, Käse und Tomaten eingeladen. Natürlich hatten wir Dudelsack, Drehleier und Gitarre dabei. 🙂
Wir wollen hier kurz erwähnen, dass wir kein türkisch können und die beiden weder deutsch noch englisch sprechen. Der kleine Langenscheid-Übersetzer war da doch hilfreich, sowie die englisch sprechende Tochter, die zur Übersetzung hier und da angerufen wurde.
Rückblick:
Höhepunkt der letzten Woche war die Geburtstagsparty von Richard, einem englischen Freund, den wir letztes Jahr mit seiner Frau Angie in Icemeler kennengelernt hatten. Er hat uns via Facebook zu seiner Feier ins Hotel „Mavera“ bei Murat eingeladen. Das war ein super Abend und wir hatten sehr viel Spaß! Eigentlich wollten wir mit dem letzten Bus um zwölf nachts zurück. Den hatten wir jedoch verpasst und wurden von einem Freund des Hotelbesitzers zu unserer Marina gefahren. Vielen herzlichen Dank an der Stelle!
Am Unterwasserschiff haben wir auch weiter gewerkelt. Die offenen Flecken haben wir weiter mit dem Farbaufbau gestrichen. Das Ruder wurde wieder montiert, die Zinkanoden gereinigt, den alten Namen „TAO“ haben wir entfernt und den Untergrund für den neuen Namen vorbereitet.
Zwei Mal waren wir in der Stadt Marmaris und haben dort im Industriegebiet, d.h. Garagenviertel mit Hinterhofgewerbe, Edelstahlrohr gekauft für unsere geplante Erweiterung des Geräteträgers am Heck. Auch wenn das Viertel einen Mafia-Eindruck hinterlässt, bekommen wir die Rohre recht schnell zugeschnitten günstiger als bei uns im Hafen.
Ebenso haben wir Vergleichspreise in den Marineshops für Batterien, Solarpaneele, Heckdusche und Anker eingeholt. Die lange Suche nach einer GPS-Mouse für unsere Navigation via Laptop hat wohl auch bald ein Ende. In dem Laden, in dem wir die Bestellung für einen 30 kg Delta-Nachbau-Anker und zwei Solarpaneele aufgegeben haben, war man sichtlich bemüht, uns bei der Suche nach einer GPS-Mouse zu helfen. Eine sehr schwierige Herausforderung. Was bei uns jeder Internetshop verkauft oder im Handel erhältlich ist, ist hier so gut wie gar nicht zu beschaffen! Wir hoffen, dass wir diese bis zu unserer Abreise bekommen können.
Unsere alten Starterbatterien wurden diese Woche dann auch durch zwei Neue ersetzt. Diese haben wir aber nicht in Marmaris gekauft, sondern hier im Marineshop. Hauptsächlich aus dem Grund der Bequemlichkeit. Sind diese ja nicht so leicht zu transportieren und wir haben Lieferservice und bekommen die alten Batterien auch entsorgt.
https://www.sy-triskele.net/wp-content/uploads/2015/07/P1070465.jpg9001200Anja und Michaelhttps://www.sy-triskele.net/wp-content/uploads/2015/05/Triskele-rot.pngAnja und Michael2015-07-06 18:28:112015-07-06 18:42:45Unser geplanter Krantermin ist verschoben!
Weil wir die letzten Tage recht viel und lange gearbeitet haben und sogar heute am Sonntag uns nicht mit süßem „Nichtstuen“ verwöhnt haben, sondern weitere Arbeitsschritte für morgen vorbereitet haben, gibt es heute keinen Bericht, obwohl es soviel zu erzählen gäbe! Von Werner, von Willi und von Richard`s Geburtstagsfete bei Murat. Und nicht zu vergessen unser heißer Tag in Marmaris.
Wir wollen aber unseren Termin am kommenden Samstag ins Wasser gelassen zu werden unbedingt halten, und so bleibt leider keine Zeit zum Schreiben.
Wir versprechen aber dafür am nächsten Sonntag einen „Extra Bericht“ zu verfassen. 🙂
Ob wir es geschafft haben oder auch nicht könnt ihr dann nachlesen. Trotzdem einen kleinen Schnappschuss von Anja bei der Arbeit 😉
Bis zum nächsten Mal.
https://www.sy-triskele.net/wp-content/uploads/2015/06/P1070346.jpg9001200Anja und Michaelhttps://www.sy-triskele.net/wp-content/uploads/2015/05/Triskele-rot.pngAnja und Michael2015-06-28 18:26:312015-06-28 18:31:46Endspurt
Nach der Veröffentlichung dieses Berichtes haben wir zu unserem geplanten Termin für die Wasserung am 04.07. nun nur noch knapp 14 Tage Zeit. Es wird wirklich eng und unsere „to do Liste“ wird nicht viel kürzer.
Mit den Streicharbeiten könnten wir fertig werden, wenn wir uns weiter so ran halten. Unser Berater Osmann ist leider schon eine Woche mit seinem Sohn in Ankara und steht uns für unsere Fragen vor Ort nicht zur Verfügung. Aber den groben Plan bis zu den letzten Anstrichen haben wir, und wir hoffen, dass er die kommende Woche wieder da sein kann. Die von ihm für den Decksanstrich gelieferte Farbe reicht leider nicht ganz aktuell, daher kaufen wir im Marinashop hier vor Ort nach.
Am Unterwasserschiff haben wir den 2. Anstrich mit Antifouling gestrichen und noch in der laufenden Woche die wurden uns die Abstützpfosten versetzt, damit wir auch an den Stellen den Farbaufbau von Grund auf neu machen können. Leider haben die Jungs uns im Arbeitswahn die Keile so fest reingehauen, dass unser Anstrich darunter in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Stellen sollten wir dann, wenn es am Tag der Wasserung am Haken/ Kran hängt, noch einmal überpinseln.
Das Boot steht nun allein auf seinem Kiel abgestützt von Holzpfosten. Anja ist da sehr skeptisch, ob das hält, aber Michael vertraut voll und ganz der Erfahrung der Arbeiter hier. Schließlich sind wir nicht die Einzigen, die so an Land herum stehen.
Bei Bauabschnitt 3 an Deck (vorderer Bereich des Cockpits bis zum Heck) kamen nach dem Entfernen der alten Lackschichten leider nicht so tolle Dinge zum Vorschein. Viel Rost und weitere kleinere und größere Löcher, die komplett durchgerostet sind. Hier wäre zu überlegen, ob wir diese nicht zuschweißen.
Aber da wir in Frankreich geplanter Weise im Heckbereich Änderungen für das Deckshaus vornehmen, entscheiden wir uns in dem Fall mit „Filler“ (Spachtelmasse) zu arbeiten und die Stellen großzügig zu zuspachteln. Das Zeug sieht beim Anmischen aus wie Zahnpasta bzw. jeder kennt das wohl, das Zeug für einen Gebissabdruck beim Zahnarzt. Wird genau so schnell hart, daher muss sich Michael beeilen, das Zeug auf die Löcher zu verspachteln. Schließlich ist es heiß und ohne Schatten ist das Metall noch zusätzlich aufgeheizt. Den hinteren Bereich haben wir dann auch mit Grundierung das 1. Mal gestrichen, als der „Filler“ trocken war.
Bei Deckabschnitt 1 (Bug bis Mast) haben wir uns entschlossen, die vom „Rust Remover“ heraus gedrungenen brauen, rostähnelnden Flecken nur an den betroffenen Stellen mit Schleifpapier herunter zu schleifen. Die weniger betroffenen Stellen haben wir nur oberflächlich geschliffen.
Nachdem wir ein weiteres Mal komplett mit „handsandig“ das Deck abgeschliffen hatten, folgte am Samstag, 20.06., der 2. Anstrich mit „Interprotect“, der Grundierung. Zum Schutz vor dem heißen Metall hat sich Anja alte Stofflappen um die Knie gebunden. Auf dem Deck könnte man wohl Spiegeleier braten, so verdammt heiß ist es.
Im Hintergrund auf dem Bild, nebenbei erwähnt, eines der Kreuzfahrtschiffe, welche in Marmaris fast täglich einlaufen und am nächsten Tag weiterziehen.
Ansonsten haben wir den staubigen, schwarzen Vorhang, der unsere Yacht die letzten Wochen eingehüllt hatte, entfernt und die Ankerkette komplett herausgezogen. Diese liegt nun säuberlich in Buchten auf einer Palette.
Letztes Jahr im November bei unserer Probefahrt hatten wir ja beim Ankeraufmanöver unseren Hauptanker verloren. Dieser befindet sich leider in der Bucht vorm Hafen auf ca. 15 Meter Tiefe und wird leider nicht wieder auffindbar sein, da von Schlick und Sand begraben.
Daher wollten wir nun testen, ob der Zweitanker (andere Bauform) in die Ankeraufnahme passt. Leider verlief der Test negativ. Dieser wird früher oder später wieder durch die ursprüngliche Ankerart ersetzt werden müssen.
Bei Prüfung der Ankerkette waren hier und da auch starke Abnutzungsspuren zu sehen. Das soll heißen dass so ein paar Kettenglieder nicht so ganz gut aussehen. Stellen wir uns nun die Frage, ob wir die Kette galvanisieren lassen sollen. Von unserem netten französischen Bootsnachbarn auf einem Katamaran haben wir eine Adresse erhalten. Die Firma würde dies günstig machen. Wir überlegen uns das.
Außerdem denken wir abends darüber nach, wie wir die noch zusätzlich notwendigen Solarpaneele und unseren Windergenerator am Heck montieren können. Dazu holen wir uns bei anderen Booten Ideen und prüfen unsere vorhandene Konstruktion. Klar ist, dass diese umgebaut bzw. erweitert werden muss. Michael ist sich jedoch klar, dass er das selbst machen muss, da die Preise hier in der Marina viel zu hoch sind! Demnach müssen wir bei Gelegenheit bzw. in unserer Freizeit dringend nach Marmaris in die Industriezone. Dort wären Kleinfirmen, wo man so Edelstahlrohre günstiger bekommen kann.
Und wenn wir denn schon in der großen Stadt sind, prüfen wir auch in den Bootsläden die Preise für Solarpaneele, Starterbatterien, Anker, Dichtband für Fenster, etc. Evlt bekommen wir dort etwas günstigere Preise als hier in der Marina.
Diese Woche gab es für Anja auch noch ein Tuning für ihre Matratze.
Da nach einigen Wochen auf der harten Matratze die Schmerzen an Rücken, Schultern und Hüfte morgens noch schlimmer waren als abends zuvor, mussten wir handeln. Schlechte Laune von Anja schon nach dem Aufstehen sollte Michael nicht länger erdulden müssen. Der Laden, der in der Marina Segel anfertigt, wäre auch für Matratzen zuständig. Demnach brachten wir die besagte Matratze dort hin und bekamen für schlappe 60 € einen zusätzlichen, weicheren Schaumstoff in den vorhandenen Bezug eingezogen und einen Reißverschluss. Dank dem deutschen „Marina Service“ (Hermann + Erika) bekamen wir schnelleren und günstigeren Service als normal. Wir freuen uns und testen das Ergebnis die nächsten Tage. Hoffen wir, dass es mit Anja’s Rückenschmerzen dann bald ein Ende hat.
Fundstück der Woche:
Hier in der Marina Bar wird doch tatsächlich „Glühwein“ bei 35 °C angeboten!
Die türkische Übersetzung bedeutet warm/heißer Fruchtwein. Wir verstehen das nicht wirklich und sind froh, wenn wir uns ab und zu eine kalte Cola gönnen 🙂
Na ja, andere Länder andere Sitten…
https://www.sy-triskele.net/wp-content/uploads/2015/06/P1070320.jpg1200900Anja und Michaelhttps://www.sy-triskele.net/wp-content/uploads/2015/05/Triskele-rot.pngAnja und Michael2015-06-22 14:43:152015-06-22 14:43:15weiter geht’s
Unser geplanter Krantermin ist verschoben!
von Anja und MichaelJa, wir haben an Land bis zum nächsten Mittwoch (07.04.) verlängert und liegen daher nach wie vor mit unserer Triskèle auf dem Trockendock.
Eigentlich war die Triskèle rein von dem Unterwasserschiff her bereit gewesen für den Termin ins Wasser (04.07).
Der Farbaufbau am Unterwasserschiff ist abgeschlossen und sie trägt nun auch stolz ihren Namen am Bug und präsentiert sich elegant in schwarz/weiß.
Die einzigen noch notwendigen Arbeiten für die Wasserung:
Montage der Zinkanoden und die Ankerkette einholen.
Daran hätte es nicht gelegen. Die vielen, vielen Kleinarbeiten könnten wir auch noch im Wasser erledigen.
Warum aber haben wir an Land verlängert?
Wie schon berichtet, haben wir noch weitere Arbeiten in unsere „To-Do-Liste“ aufgenommen und manche davon lassen sich besser an Land durchführen, als im Wasser.
Und diese schwindelerregenden, schwierigen Arbeiten müssen noch an Land fertig gestellt werden. Im Wasser würde sich wohl der ein oder andere Stegnachbar nicht besonders freuen, wenn wir nebenan schweißen, flexen und nicht nur „Urlaub“ machen. Außerdem sind solche Arbeiten im Wasser auch von der Marina verboten. Das können wir vollkommen nachvollziehen und bleiben daher brav an Land. Wir wollen uns nicht auf Teufel komm raus in Stress versetzen und wem sollten wir hier etwas beweisen? Der Liegeplatz an Land ist auch noch günstiger als im Wasser. Wir machen soweit die wichtigen Arbeiten des Geräteträgers hier an Land fertig und dann ab ins Wasser.
Aktuelle Arbeitslage:
Der Farbaufbau an Deck ist noch nicht fertig gestellt. Zwar hätten wir auch diese Arbeiten fertig stellen können, jedoch wurde uns hier ein kleiner Strich durch die Rechnung gemacht. Unser Berater und Farbenlieferant „Osman“, der nach wie vor wegen seinem Sohn in Ankara im Krankenhaus verweilt, hatte uns zwar mit Farbe noch vor Abreise versorgt, jedoch zu wenig. Zudem haben wir wir erfahren, dass gerade unser ausgewählter Farbton (Matterhornwhite) nicht mehr verfügbar ist → Lieferzeit 4-5 Wochen! In Marmaris sowie in dem Marinashop hier ist die Farbe nicht früher lieferbar. Das geht ja nun gar nicht! Lange haben wir daher die letzten zwei Wochen hin und her überlegt, wie wir nun weiter verfahren.
Der nette Ex-Münchner, mit Namen Willi, hat uns Einkomponenten Farbe in grau angeboten, die er noch übrig hat bzw. nicht benötigt. Sollten wir nun den letzten Anstrich (Antirutsch mit Sandkörnung) mit Einkomponenten Farbe grau gestalten oder verfahren wir wie geplant mit Zweikomponenten Farbe weiter? Aber welche Farbe?
Er rät uns bei Zweikomponenten-Farbe zu bleiben.
Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Auch wenn alle sagen „Scheiß auf die Ästhetik“, soll es nach der mühevollen Arbeit nicht beim letzten, sichtbaren Anstrich einfach so dahin gestrichen sein.
Und die letzte Farbe muss nicht nur ansehnlich ausgewählt werden sondern auch funktionell sein, denn es handelt sich hier um eine Anti-Rutsch Farbe, die verhindern soll, dass man auch auf nassem Deck den Halt verliert. Die Farbe grau ist schön und gut und würde rein optisch herrlich ins die Farblinie unserer Triskèle passen. Bei Sonneneinstrahlung aber heizt sich diese Farbe so sehr auf, dass man Spiegeleier darauf braten könnte. Barfuß laufen ginge da nicht. Die Farbe muss daher in einem leichteren Ton sein.
Letztendlich haben wir uns nun für den Zweikomponenten-Anstrich entschieden in der Farbe creme mit der Antirutsch-Körnung vom Hersteller. Diese Arbeit erledigen wir am Montag (06.04.).
Weitere Schichten aufgetragen heißt für uns natürlich jedes Mal vorher anschleifen, fegen und mit einem sauberen Tuch abreiben. Sicherlich immer auf den Knien oder in gebückter Haltung, was nicht besonders angenehm ist. Anders als in Deutschland, wo laut Hörensagen aktuell an die 40°C erreicht werden, ist es bei uns noch einiger Maßen zu ertragen bei ca 35 °C und einer Brise Wind. Ein Tag war es sogar für ein paar Stunden bewölkt.
Am Sonntag, 05.07., waren wir von Yildiz und Imdat zum Barbecue eingeladen. Die zwei haben wir am Samstag auf ihrem Boot, unweit von unserem, kennengelernt. Dazu kam es, als Michael nach unserem Feierabend bei einem Glas Rotwein den Dudelsack auf dem Vordeck spielte. Ganz begeistert von der Musik haben die beiden uns zu eins, zwei Raki, Käse und Tomaten eingeladen. Natürlich hatten wir Dudelsack, Drehleier und Gitarre dabei. 🙂
Wir wollen hier kurz erwähnen, dass wir kein türkisch können und die beiden weder deutsch noch englisch sprechen. Der kleine Langenscheid-Übersetzer war da doch hilfreich, sowie die englisch sprechende Tochter, die zur Übersetzung hier und da angerufen wurde.
Rückblick:
Ebenso haben wir Vergleichspreise in den Marineshops für Batterien, Solarpaneele, Heckdusche und Anker eingeholt. Die lange Suche nach einer GPS-Mouse für unsere Navigation via Laptop hat wohl auch bald ein Ende. In dem Laden, in dem wir die Bestellung für einen 30 kg Delta-Nachbau-Anker und zwei Solarpaneele aufgegeben haben, war man sichtlich bemüht, uns bei der Suche nach einer GPS-Mouse zu helfen. Eine sehr schwierige Herausforderung. Was bei uns jeder Internetshop verkauft oder im Handel erhältlich ist, ist hier so gut wie gar nicht zu beschaffen! Wir hoffen, dass wir diese bis zu unserer Abreise bekommen können.
Endspurt
von Anja und MichaelWeil wir die letzten Tage recht viel und lange gearbeitet haben und sogar heute am Sonntag uns nicht mit süßem „Nichtstuen“ verwöhnt haben, sondern weitere Arbeitsschritte für morgen vorbereitet haben, gibt es heute keinen Bericht, obwohl es soviel zu erzählen gäbe! Von Werner, von Willi und von Richard`s Geburtstagsfete bei Murat. Und nicht zu vergessen unser heißer Tag in Marmaris.
Wir wollen aber unseren Termin am kommenden Samstag ins Wasser gelassen zu werden unbedingt halten, und so bleibt leider keine Zeit zum Schreiben.
Wir versprechen aber dafür am nächsten Sonntag einen „Extra Bericht“ zu verfassen. 🙂
Ob wir es geschafft haben oder auch nicht könnt ihr dann nachlesen. Trotzdem einen kleinen Schnappschuss von Anja bei der Arbeit 😉
Bis zum nächsten Mal.
weiter geht’s
von Anja und MichaelNach der Veröffentlichung dieses Berichtes haben wir zu unserem geplanten Termin für die Wasserung am 04.07. nun nur noch knapp 14 Tage Zeit. Es wird wirklich eng und unsere „to do Liste“ wird nicht viel kürzer.
Das Boot steht nun allein auf seinem Kiel abgestützt von Holzpfosten. Anja ist da sehr skeptisch, ob das hält, aber Michael vertraut voll und ganz der Erfahrung der Arbeiter hier. Schließlich sind wir nicht die Einzigen, die so an Land herum stehen.
Im Hintergrund auf dem Bild, nebenbei erwähnt, eines der Kreuzfahrtschiffe, welche in Marmaris fast täglich einlaufen und am nächsten Tag weiterziehen.
Letztes Jahr im November bei unserer Probefahrt hatten wir ja beim Ankeraufmanöver unseren Hauptanker verloren. Dieser befindet sich leider in der Bucht vorm Hafen auf ca. 15 Meter Tiefe und wird leider nicht wieder auffindbar sein, da von Schlick und Sand begraben.
Daher wollten wir nun testen, ob der Zweitanker (andere Bauform) in die Ankeraufnahme passt. Leider verlief der Test negativ. Dieser wird früher oder später wieder durch die ursprüngliche Ankerart ersetzt werden müssen.
Bei Prüfung der Ankerkette waren hier und da auch starke Abnutzungsspuren zu sehen. Das soll heißen dass so ein paar Kettenglieder nicht so ganz gut aussehen. Stellen wir uns nun die Frage, ob wir die Kette galvanisieren lassen sollen. Von unserem netten französischen Bootsnachbarn auf einem Katamaran haben wir eine Adresse erhalten. Die Firma würde dies günstig machen. Wir überlegen uns das.
Außerdem denken wir abends darüber nach, wie wir die noch zusätzlich notwendigen Solarpaneele und unseren Windergenerator am Heck montieren können. Dazu holen wir uns bei anderen Booten Ideen und prüfen unsere vorhandene Konstruktion. Klar ist, dass diese umgebaut bzw. erweitert werden muss. Michael ist sich jedoch klar, dass er das selbst machen muss, da die Preise hier in der Marina viel zu hoch sind! Demnach müssen wir bei Gelegenheit bzw. in unserer Freizeit dringend nach Marmaris in die Industriezone. Dort wären Kleinfirmen, wo man so Edelstahlrohre günstiger bekommen kann.
Und wenn wir denn schon in der großen Stadt sind, prüfen wir auch in den Bootsläden die Preise für Solarpaneele, Starterbatterien, Anker, Dichtband für Fenster, etc. Evlt bekommen wir dort etwas günstigere Preise als hier in der Marina.
Diese Woche gab es für Anja auch noch ein Tuning für ihre Matratze.
Da nach einigen Wochen auf der harten Matratze die Schmerzen an Rücken, Schultern und Hüfte morgens noch schlimmer waren als abends zuvor, mussten wir handeln. Schlechte Laune von Anja schon nach dem Aufstehen sollte Michael nicht länger erdulden müssen. Der Laden, der in der Marina Segel anfertigt, wäre auch für Matratzen zuständig. Demnach brachten wir die besagte Matratze dort hin und bekamen für schlappe 60 € einen zusätzlichen, weicheren Schaumstoff in den vorhandenen Bezug eingezogen und einen Reißverschluss. Dank dem deutschen „Marina Service“ (Hermann + Erika) bekamen wir schnelleren und günstigeren Service als normal. Wir freuen uns und testen das Ergebnis die nächsten Tage. Hoffen wir, dass es mit Anja’s Rückenschmerzen dann bald ein Ende hat.
Hier in der Marina Bar wird doch tatsächlich „Glühwein“ bei 35 °C angeboten!
Die türkische Übersetzung bedeutet warm/heißer Fruchtwein. Wir verstehen das nicht wirklich und sind froh, wenn wir uns ab und zu eine kalte Cola gönnen 🙂
Na ja, andere Länder andere Sitten…